Die Adventure Northside 2018

Als Blogger hatten wir am ersten Oktoberwochenende einen Tag Zeit die Allradmesse Adventure-Northside zu besuchen.
Passender Weise sind wir mit unserem beim #NordkappProjekt bewährten Twingo Wohnmobil angereist, sozusagen als Kontrast zu den vielen großen Off-Road-Gefährten, die hier vorgestellt wurden ;-)

Nicht schlecht haben wir gestaunt was es alles an großen Fahrzeugen so gibt und was für Preise dafür aufgerufen werden! Auf den Bildern einfach mal eine kleine Auswahl:

Auch gab es allerlei Auf- und Ausbauten von Dachzelten über Anhänger bis hin zu einer Waschmaschine, die an die Wand des Mobilen Heims montiert werden kann!

Als bekennende Minimalisten waren wir echt überwältigt, was der Off-Roader doch so alles mit sich führt! Aber auch praktische Basteleien wie das Grillrost auf dem Ersatzreifen konnten wir finden.

So gab es neben vielerlei Licht auch eine PickUp-Kabine aus GFK, die mit 320kg besonders leicht und windschnittig ist.
Hier konnten wir uns in aller Ruhe den bekannten Omnia-Backofen sowie die inzwischen auf fünf Bände angewachsenen Kochbuch-Serie anschauen.

Oder das aufblasbare „Hausboot“ eWalker von Moser Systeme GmbH das zusammengepackt im Kofferraum eines Kleinwagens Platz findet. Als Basis dienen zwei SUP-Bretter, die mit einer Platte verbunden werden, die als Boden für die Kabine dient. Das Dach ist dann voller Solarzellen, die den Akku des Elektromotors betreiben. Kurz nach der Messe gab es einen Beitrag über das Boot im MDR!
Auch eine dieser kleinen Wohnwagen, die vorne lediglich ein Bett haben bzw. sind und hinten mit einer Küchenzeile ausgestattet sind, war hier als Off-Road-Version zu bestaunen.

In dem Bush-Crafter-Camp haben wir uns dann etwas mehr wiedergefunden und konnten gleich eine Idee des Upcyclings mitnehmen: Eine Teelicht-Laterne aus einer Blechdose gebastelt – unsere Variante funktioniert auch gut zum Hände-Wärmen ;-)

Das eigentliche HighLight sollte abends der Vortrag vom Rüdiger Nehberg werden, wo der inzwischen 83jährige Sir Vival über sein Leben und seine Projekte berichtete.

Ich bin ja schon seit YPS-Abenteuer-Serien von Survival angehaucht und habe seit seinem Deutschland-Marsch 1981 all seine Aktionen verfolgt.
Zu meiner Wehrdienstzeit 1992 durfte ich ihn live in Munster erleben. Ich war also gespannt was er alles an neuen Projekten hat und wurde nicht enttäuscht.
So berichtete er über die weiteren Atlantiküberquerungen, das Hospital, was im Brasilianischen Urwald auf seine Initiative zum Schutz der Ureinwohner gebaut wurde und über das aktuell laufende Projekt Target.
Hier geht es um den Kampf gegen die vornehmlich im muslimischen Afrika verwurzelte "Tradition" der "Beschneidung"* von Frauen ... Genitalverstümmelung ist die richtiger Wortwahl!
Denn den Mädchen werden im Kindesalter oder vor der Pubertät Klitoris, innere Schamlippen, teilweise auch die äußeren Schamlippen entfernt und diese Verletzung wird schlicht zugenäht ... weder unter den Hygienevorstellungen, wie wir sie kennen, noch mit deren Zustimmung ... so tragen sie ein Leben lang körperliche und seelische Verletzungen mit sich!
…so sie sich von diesem Eingriff erholen, der nicht selten zum Tode führt!
Mehr zu diesem schrecklichen Ritual findet Ihr im Wikipedia oder auf Rüdigers Homepage wo Ihr ihn auch bei seinen Projekten wie der Geburtshilfeklinik unterstützen könnt.

Fazit: Insgesamt war es für uns eine sehr spannende und aufschlussreiche Messe, die ich gerne weiter empfehle! Also das Wochenende 20.-22.09.2019 auf Gut Basthorst vormerken! Die Schwestermesse Adventure-Soutside findet das Wochenende 13.-15.07.2019 in Lochmühle, Eigeltingen beim Bodensee statt.

* App. Beschneidung - wenn man dieses Forum oder diese Seite liest, dann sollte sich die Menschheit auch dringend Gedanken um die "Sinnhaftigkeit" von diesem "Ritual" bei den Jungs machen!

Die Maker Faire 2018

Dieses Jahr haben wir es terminlich endlich mal geschafft die Maker Faire in Hannover zu besuchen. Als technikverliebte Geocacher und bekennende Bastler eigentlich ein Muss und irgendwo ärgere ich mich, die letzten fünf Jahre den Besuch nicht höher priorisiert zu haben .... aber wie rät der Volksmund? „Besser spät als nie“.

Als Blogger hatten wir die Möglichkeit bereits am Schülertag am Presserundgang gleich nach der Eröffnung zusammen mit dem Regionspräsidenten Hauke Jagau und Verleger Ansgar Heise teilzunehmen. Bei dem ca. einstündigen Rundgang erhielten wir von Daniel Bachfeld vom Make Magazin einen groben Überblick über Aussteller und deren vielzählige Projekte.
Danach ging es auf eigene Faust durch die zwei Hallen und das Außengelände.
So besuchten wir uns bekannte Cacher am Arduino Stand und der ehemaligen IGS Mühlenberg (jetzt Leonore-Goldschmidt-Schule) mit einem riesigen selbstkonstruierten Delta-3D-Drucker
.
3D-Drucker haben wir auch immer wieder angetroffen, so auch an einem kleinen Stand, der Orthesen für Haustiere mit zu schienenden Gliedmaßen fertigt.
Aber auch die Robotik kam nicht zu kurz:

So konnten wir am Stand des phaeno Überraschungsei-Deckel-kleine Ozobots bestaunen, die fröhlich blinkend auf mit Edding auf Papier gezeichneten Wegen folgten und je nach Wegfarbe die Geschwindigkeit änderten.
An dem Stand von
Wunderwuzzi gab es aus Zahnbürstenköpfen, Vibrationsmotor, Knopfzelle und Wackelaugen gebaute … Roboter – um den Kleinsten die Welt der Robotik näher zu bringen … und eine tolle Idee des Re- und Upcyclings.
Dies war auch ein Thema im Außengelände:
So gab es dort ein Floß aus Abfall (und einem ordentlichen Stahlrahmen für die Stabilität).
An einem anderen Stand Modellboote aus Fischkonserven die mit Wasserstoff, Segel, Wasserdampf und anderen pfiffigen Konzepten angetrieben wurden.

Natürlich konnten wir einen Nachbau des ersten Batmobils und den zum Pferd Rustang Sally und zum Saurier Clampasaurus umgebauten Bau(?)maschinen bewundern.
Sehr interessant, aber meiner Meinung nach wenig expeditionstauglich, fand ich das pedalangetriebene Amphibienfahrzeug der Höpner-Zwillinge, mit dem sie Alaska bereisen wollen.

Wieder zurück in den Hallen zwischen unzähligen Schülern für die es eine Stempelrally gab, besuchten wir die Stände des DARC und Conrad Elektronik. Hier konnten wir, wie auch die Schüler, die an der Stempelrally teilnahmen, aus einem Eisstiel, Kupferband, einer LED, einer CR2032 und einer FoldBackKlammer eine kleine Taschenlampe basteln.
An anderen Ständen konnten die Schüler das Maker Faire Maskottchen Maky als Blinky löten.
Generell gab es viele Stände, wie bei Sennheiser, wo geduldige Schüler dank noch geduldigerer Standbesetztung viele Sachen wie Energiediebe, die den letzten Rest Strom aus vermeintlich leeren Batterien holen oder aus einem Magnet, einer Mignonbatterie und etwas Draht einen Batterie-Motor basteln.

Ja und direkt daneben war der Stand der R2buildes Club - Hier beeindruckten "lebensgroße" Modelle des bekannten R2D2, wie auch weitere R2-Einheiten und dem neuen BB-8 - Fans von Star Wars kamen hier voll auf ihre Kosten!
Und da war da noch die Autostadt, wo Modellautos gebastelt wurden und die Partnerschulen sucht!

VSM die die IGS Linden bei der Entwicklung eine Windrades unterstützt.
Die Forschungsanstalt Berlin mit Zeppelinen.
Die Firma StratoFlights, die Sondenflüge bis 40.000m Höhe anbietet.
Die Maschine aus Lego, die Papierflieger faltet und wirft!
Lustige Bausätze von eHaJo um Kindern das Löten schmackhaft zu machen.
Die 1-Dollar-Brille für die dritte Welt aus Draht und etwas Schrumpfschlauch.
Die witzigen Putzroboter des Hackerspace Bremen e.V.
Und, und, und ... so eine Messe und um Nachwuchs bemühte Firmen hätte ich mir zu meiner Schulzeit gewünscht...!

Eine rundum interessante und gelungene Messe für Tüftler und Bastler jeglicher Coleur ... ein wenig wehmutig blicke ich zurück auf die fünft verpassten Messen dieser Art ... dafür ist der Termin 17.-18.08.2019 schon fest im Kalender eingetragen!

 PS: Das Fernsehen hat sich auch die Ehre gegeben, hier einige Pressestimmen.

Das Buttermesser

Ihr kennt das sicher auch – das Problem mit dem dreckigen Geschirr ;-)

Daheim verschwindet es idealerweise im Geschirrspüler, doch auf Tour nerven einfach die Reste, die man mit einem Löffel nicht ausgekratzt bekommt und mit oft kaltem Wasser abgespühlt werden wollen … je nach Fettgehalt kann das Spülmittel helfen aber das mag man ja auch nicht der Natur zumuten … was also tun?
Ein Blick über den allseits bekannten Tellerrand, frei nach dem Motto „andere Länder andere Sitten“, brachte uns eine unerwartete Lösung!

Bei unserem #NordkappProjekt sind wir in Schweden auf die überall eingesetzten Buttermesser gestoßen – wie der Name schon sagt, werden sie normalerweise zum Portionieren von Butter verwendet.
Die Kunststoffvarianten laufen in einer sehr feinen „Klinge“ aus, mit der sich fast so gut wie mit einer Teigzunge (die man auf Tour im schweren Rucksack ja nicht wirklich mitschleppt) die Töpfe auskratzen lassen!
Wie in den Bildern zu sehen, lassen sich so die letzten Kalorien aus den Geschirr kratzen und der Abwasch geht mit weniger Wasser und Spülmittel von statten!

… und – es ist ja gerade super hipp – der #Wasserfußabdruck ist viel kleiner und man kann sich #nachhaltig schimpfen ;-)

So ein Buttermesser passt hervorragend in die Trangia-Kocher und bringt ungekürzt gerade mal 14g auf die Waage – ein Utensil, was wir zukünftig immer in unseren Kochgeschirr dabei haben!

Unser Besuch im Morakniv HQ

Wie berichtet haben wir bei dem BloggerRundgang auf der #OutDoorFN die Firma Morakniv besucht und nicht schlecht gestaunt was so alles einem Messer "angetan" werden kann ohne das es Schaden nimmt!
So war klar, dass wir im Zuge unseres #NordkappProjekt's in Mora vorbei schauen wollten, um den ConceptStore und die Fabrik von Morakniv zu besuchen.

Leider erwischten wir einen Montag, und zwar den Montag wo die großen Ferien in Schweden begannen … so waren unsere Kontakte bei Morakniv just im Urlaub...
Das hat uns natürlich nicht geschreckt und so haben wir bei den wenigen Mitarbeitern (normal ca. 120), die die Produktion am Laufen hielten, nach einer Führung für uns weitgereiste Blogger gefragt und hatten Glück!
Der Produktmanager, der schon als Jugendlicher hier gejobbt hat, war vor Ort und hat sich zwei Stunden Zeit genommen uns durch die einzige Produktionsstätte und 125 Jahre Geschichte zu führen:

Ursprünglich waren in der Region ein halbes Dutzend Messerschmieden ansässig, die aber im Laufe der Zeit alle in Morakniv aufgegangen sind. So kann man heutzutage sagen, dass jedes der roten Holzpferdchen, den Dalahästen, für die die Region bekannt ist, mit einem Morakniv geschnitzt wurde ;-)
Auch werden nicht nur die viel diskutierten Outdoor-Messer hergestellt. Es werden auch Messer mit klassischen Holzgriffen, Werkzeug zur Hufpflege von Pferden und Messer für Profiköche/-küchen produziert! So gibt es Filitiermesser, deren Klinge um 90° gebogen werden kann ohne Schaden zu nehmen!
In der Produktion wird jedes Messer zum Härten einzeln „angefasst“ und jede Klinge wird von einem Laser gescannt, um den Winkel des Schliffs zu kontrollieren und so eine gleichbleibende Qualität zu sichern!
Pro Tag werden ca. 20.000 Messer hergestellt, was in etwa drei bis fünf LKWs pro Woche entspricht.
Bei so viel Material fällt natürlich viel Metall-/Schleifstaub und verunreinigtes Wasser an. Dieses wird mit einer speziell angefertigten Anlage recycelt, so das keine Belastungen der Umwelt entsteht!
Ja, und was mich besonders beeindruckt hat, ist das Forschungslabor! So gibt es Listen mit den verschiedenen Stahlsorten – man könnte also auf die Idee kommen, die Menschheit wüsste alles über Stahl … weit gefehlt! In Mora wird noch fleißig an der Verbesserung einzelner Materialien geforscht!
Insgesamt sind wir mächtig beeindruckt wie viel HighTech in so einem doch so „einfach“ erscheinenden Messer steckt!

Wenn es Euch also mal nach Mora verschlagen sollte, dann solltet Ihr unbedingt bei Morakniv vorbei schauen!!!

Neulich im Wald ... die Drückjagd

 
Neulich waren wir cachender Weise auf einem eintägigem Powertrail unterwegs, schönes Wetter, tolle Strecke, keine Muggel, gut zu findende Dosen, alles schön, bis zu dem Augenblick, als wir in das Trassierband einer Jagdgesellschaft hinein liefen ...
Nun war guter Rat teuer, denn wie verhalten wir uns jetzt richtig ohne uns in Gefahr zu bringen und doch unseren Weg zurück zum Parkplatz folgen zu können?
Ich habe diese Begebenheit zum Anlass genommen mich mal über den Ablauf und den damit verbundenen Gepflogenheiten einer Drückjagd zu informieren.

In der Zeit von 1.10. bis 31.1. gelten für die meisten in Deutschland jagbaren Tiere keine Schonzeiten. Die Zeiten wann, wo, welches Wild gejagt werden darf sind von Bundesland zu Bundesland natürlich verschieden, daher empfiehlt es sich auf einem Jagdkalender wie Schonzeiten.de oder Jagdschulatlas.de für das Zielgebiet schlau zu machen oder auf der Homepage der Landesjägerschaften nachzulesen (Die Nds. Landesjägerschaft bietet die Jagdzeiten als Faltflyer an).
Für eine Treibjagd, wie der gemeine Bürger gern sagt, im Fachjargong Drück- oder Bewegungsjagd, gelten einige Regeln, die, wenn man sie kennt, es einem einfacher machen eine wie eingangs erwähnte Situation besser einzuschätzen:
- Da die meisten Jäger in einem normalen Berufsleben stehen und für eine Drückjagd eine gewisse Anzahl an Schützen (und auch Treibern) benötigt wird, finden solche Jagden eher an Freitagen oder Samstagen statt. Gesellschaftsjagden mit mehr wie 3 Schützen sind des Sonntages übrigens verboten – was auch Sinn macht, da ggf. angeschossenes Wild vom Vortage noch nachgesucht werden muss, was immens viel Zeit in Anspruch nehmen kann!
- Meist beginnen Drückjagden schon früh gegen 8:00 bis 9:00 Uhr. Hier weist der Jagdleiter die Jäger und Treiber ein, gibt bekannt wieviel Wild geschossen werden darf (es gibt Abschusspläne für jedes Revier, die bei Nichterfüllen und auch Übererfüllen eine Ordnungswidrigkeit für den Jagdpächter nach sich ziehen!) und wie lange die Jagd in welchen Bereichen dauert. Oft dauert eine Drückjagd bis zum Mittag, manchmal auch noch in den Nachmittag hinein mit Mittagspause.
Am Tag der Jagd machen die Jäger das Gebiet, wo die Jagd stattfindet für Außenstehende kenntlich, so z.B. mit Trassierband des Typs „heute Jagdbetrieb“. Auch kann es auf Straßen, die durch das Gebiet der Jagd führen zu Geschwindigkeitsbegrenzungen kommen, i.d.R. mit entsprechenden Warnschildern aber auch durch Personen, die dem irritierten Autofahrer Rede und Antwort stehen können. Diese Kenntlichmachung des Jagdbetriebes findet nur am Tage der Jagd statt und wird nach Ausübung wieder entfernt. (Warum dies im o.g. Fall augenscheinlich anders war, sei dahin gestellt … hier hätten uns ein Datum, Zeit und Richtung, gar Mobilfunk-Nr. weitergeholfen ...)
- Größere Jagden, man spricht so ab 10 bis 15 beteiligten Jägern, werden der örtlichen Polizei und Rettungsdiensten gemeldet.
- Je nach Region und technischer Affinität der Jagdgesellschaft nutzt diese durchau auch PMRs bis hin zu speziellem Jagdfunk um sich untereinander zu verständigen!
- Die Jäger befinden sich bei einer Drückjagd auf dem jeweils zugeteilten Hoch- oder Ansitz der während der Dauer der Jagd auch keinenfalls verlassen werden darf!
So ein Hoch- oder Ansitz befindet sich im Gelände immer auf einer erhöhten Position – zum einen natürlich da so eine bessere Übersicht gewährleistet wird und dadurch eine sicherer Schuss abgegeben werden kann und weil der Winkel Schütze->Wild von oben nach unten weist und somit die Gefahr von lange durch das Gelände fliegenden Geschossen automatisch minimiert wird.
Übrigens: Jeder Jäger ist selbst für seinen Schuss verantwortlich und darf nur schießen, wenn er das Wild sauber angesprochen hat, d.h. er klar das Wildschwein auch als Wildschwein erkannt hat und sauber auf es zielen kann. Geschossen wird dann auch auf die Flanken des Wildes, da es so ja eine größere Zielfläche bietet und natürlich auch so, dass es mit dem ersten Schuss tödlich getroffen wird. (I.d.R. verlässt das durch die Treiber aufgescheuchtes Wild ihre Ruhestätten in der Folge Jungtier, Muttertier und dann erst die älteren Männchen wie Hirsch und Keiler.)
- Bei einer Drückjagd schießen die Jäger lediglich auf Distanzen von 40 bis 70 selten mal 100m – mehr nicht! Schließlich folgen ja auch irgendwann die Hunde und Treiber!
Übrigens: eine Kugel ist mit 1000 bis 2500km/h, also 1 bis 2,5 Mach unterwegs – wenn eine Kugel an Euch vorbei fliegt und Ihr hört ein Pfeifen (unter 15m!!!) … dann seid Ihr viel zu tief im Jagdgeschehen!!!
App. Knall: Wenn Ihr gute Ohren habt und (zu) nah an einer Schusssituation seid, dann hört Ihr den Knall des Abschusses und den Einschlag, im Fachjargong Kugelschlag...ein „Peng“... „Patsch“ in sehr schneller Folge.
Im Normalfalle trägt der Knall vom Abschuss ein bis zwei Kilometer – das kann natürlich durch Geländegegebenheiten und Wind(-richtung) auch mal deutlich mehr betragen!
- Die Treiber machen sich bei einer Drückjagd akustisch bemerkbar genauso wie die mitgeführten Hunde!
App. Hunde: Wenn Ihr hier auf „freilaufende“ Hunde trefft, dann sind das die der Jäger- und Treiberschaft. So diese nicht gerade verletzt sind, solltet Ihr Euch nicht um sie kümmern! Sie „gehen nur ihrem Job nach“ und kehren selbständig zu ihren Jägern zurück.
-Also, wenn Ihr Jäger, Treiber und Hunde schon hören könnt oder ihnen begegnet, dann seid Ihr tief im Jagdgebiet!
Solange Ihr jetzt auf den Wegen bleibt, sollte Euch zwar grundsätzlich nichts passieren! Aber, dass Euer „ungeplantes“ Auftauchen den Unmut des oder der Jagdmänner hervorrufen mag, sollte Euch natürlich klar sein! Zwar hat nur der Berufsjäger (steht natürlich nicht dran) eine Weisungsbefugnis wie ein Polizist, Ihr aber, wenn Ihr Euch den Wünschen der Jäger widersetzt, nicht zum guten „Miteinander“ der unterschiedlichen Interessengruppen beitragt!
App. Weisungen: Wenn „Gefahr für Leib und Leben“ besteht (sicher auch eine Definitionssache...) kann Euch jeder Jäger „festsetzen“!!! (wie jeder andere Bürger auch!)

Wie nun im Vorfelde herausfinden ob es am Tage der Cachetour im Zielgebiet eine große Jagd stattfindet?
Wie bei einem großen Event ist eine Drückjagd mit einem gewissen Organisationsaufwand verbunden, so wird oft eine regelmäßig wiederkehrender Termin wie der xte Samstag des Monat xy in einer Region genommen. Leider gibt es keinen öffentlich einsehbaren Jagdkalender … wenn es sich um staatlichen Besitz handelt, dann können die Forstämter Infos zu Jagden haben. Am sichersten ist es mal bei der einheimischen Bevölkerung nachzufragen. Hier bieten sich erfahrungsgemäß Gast- und vor allem Landwirte an.

Man ist ja immer irgendwie in seiner eigenen kleinen Hobby-Welt gefangen … so möchte ich mit diesem Blick über den Tellerrand einen kleinen Beitrag zum besseren Miteinander verschiedener Nutzergruppen beitragen ;-)

Unser #NordkappProjekt

Auf unserer sechswöchigen Reise zum nördlichsten Geocache Kontinentaleuropas auf dem Nordkinn „Nothing but stones“ (GCJNWJ) haben wir Freunde getroffen, neue und bewährte Ausrüstung strapaziert, Eindrücke gesammelt und überhaupt viel erlebt - einen kurzen Überblick zu unserem #NordkappProjekt möchte ich Euch mit diesem Beitrag geben:

Nach eineinhalb Jahren der Vorbereitung, Tipps von Cachern, gespeicherten Pocket Queries und voller Erwartung ging es Anfang Juli 2017 mit unserem Wohnmobil, einem Renault Twingo I, auf den Weg in den Norden.

So fuhren wir mit unserem ersten Kreuzfahrtschiff von Kiel nach Oslo, um von dort aus den Vigelandpark und den von den Dosenfischern in dem Lied „kleine Wanze“ besungenen Holmenkollen zu besuchen.

Unser erstes Abenteuer begann bereits 150 km hinter Oslo. Das Kupplungsseil riss und wir mussten unsere Reise huckepack mit den gelben Engeln fortsetzen. In Sandefjord verbrachten wir zwei Tage an einer Werkstatt und nutzen die Zeit die Walfanggeschichte des Ortes anhand der dortigen Caches kennen zu lernen.
Mit wieder fahrtüchtigem Cachemobil ging es weiter in den Süden zum Lindesnes Fyr, Norwegens südlichsten Cache Udisgt Mod Danemark (GC1EA41). Dieser war nur durch eine kleine Wanderung, die mit durch einer schönen Aussicht belohnt wurde und uns einen Vorgeschmack auf den nördlichsten Cache „Nothing but Stones“ gab, zu erreichen.

Als nächstes größeres Ziel stand der Preikestolen auf dem Plan - eine 600m über den Fjord ragende Felswand. Bei Regen und Nebel wanderten wir über felsigen Untergrund – begleitet von zahlreichen Touristen aus aller Herren Länder. Nach drei Stunden erreichten wir das Plateau machten die üblichen Touri-Fotos und hoben den Cache (GCGGHB) bevor wir den Rückweg antraten.
Auf der ganzen Fahrt haben wir uns im Rahmen der Vorbereitung mit mehreren befreundeten Cachern verabredet und Dank der Smartphones konnten wir zahlreiche Treffen an Caches vereinbaren und realisieren, uns austauschen und gegenseitig Übernachtungs- und Cacheempfehlungen aussprechen.
Sehr beeindruckend war der Kjenndalsbreen, einem Ausläufer Europas größten Gletschers, dem Jostedalsbreen. Nach einer ausgiebigen Mittagsrast folgten wir einem Tipp zur unweit entfernten „alten Sommerstraßsse“, der 258, die uns auf einer Länge von ca. 20 km mit schneebedeckten Gipfeln, Eisflächen und Seen eine atemberaubendes Naturerlebnis bot.
Ein beliebtes Ziel von Kreuzfahrtschiffen ist der Geirangerfjord. Malerisch schlängelt er sich zwischen hohen Felswänden und bietet beeindruckende Aussichten.
Kurze Zeit später erwartete uns dann der bekannte Trollstigen mit seinen 11 Haarnadelkurven und einem Gefällen von 10%.
Sehr erfreut waren wir, als wir bei der Wartung unseres Caches Mysuseter (GCGKQC) feststellten, dass alles in Ordnung war. Wir legten diesen Cache bereits auf einer Wanderung im Jahr 2003 und bestückten ihn 2009 mit einem neuen Logbuch.

Bereits zum Dritten Mal besuchten wir die im zweiten Weltkrieg abgestürzte Junker-52 (GC2181). Der Weg führte uns dreieinhalb Stunden über eine baumfreie, felsige Landschaft und gehört zu unserer ausdrücklichen Cacheempfehlung! Das Wrack ist noch gut erhalten. Das ca. 800 Meter entfernte Heck gibt einen kleinen Eindruck mit was für einer Wucht das Flugzeug damals aufgekommen sein musste. Das leises Klappern und Pfeifen der vom Wind umspielten Wrackteile verleiht dem Ort eine gespenstische Atmosphäre.
Vorbei an Otta, den Steinpyramiden Kvitskriuprestein (GCWGPG und GC74955) und Trondheim erreichten wir den Küstenweg (Straße Nr. 17). Dieser Weg zeichnet sich aus durch eine grandiose, abwechslungsreiche Landschaft und viele Fährüberfahrten. Wir sahen Agrarland, Felsen in verschiedenen Farben, Formen und Größen, Birkenwäldchen, Fjorde und einen Elch in traumhafter Kulisse.

Nach der Polarkreisüberschreitung wurden wir von Freunden mit einem Schokoladenkuchen empfangen.
Wir gönnten uns eine kurze Fahrpause von zwei Tagen.
Auf der Weiterreise sahen wir den Svartisbreen (Norwegens zweitgrößter Gletscher), den Saltstraumen (größter Malstrom der Welt, GC27MWG) und setzten dann mit der Fähre von Bodø nach Moskenes auf die Lofoten über. Dort besuchten wir das Museumsdorf Å, kauften Trockenfisch, badeten im türkisfarbenen europäischen Nordmeer und freuten uns über eine noch eindrucksvollere Landschaft. Die Berge waren scharfkantig, die Farben malerisch und anhand von Caches (GC5B4BJ und GC30Y4B) wurden wir unter anderem an Skulpturen geführt, die wir sonst nicht gefunden hätten.
 
Auf den Vesterålen (nördlich im Anschluss an die Lofoten) war es sehr grün und die Berge wirkten runder. Wir besuchten den Ort Nykvågen, um einen Blick auf die Vogelinsel zu werfen und fuhren weiter nach Hovden. Dort färbten sich die Berge in der Mitternachtssonne in ein tiefes Rot. Seit Oslo wurde es übrigens nicht mehr dunkel!

Auf der Überfahrt nach Senja bekamen wir ein sagenhaftes Schauspiel der Nebelbänke geboten, die uns noch viele Tage begleiten sollten.
Auf Senja (nördlich der Vesterålen) besuchten wir die Senjatrolle und das goldene Klohaus, dass 3 Mio. NOK gekostet haben soll und das wir durch den Cache Gulldassen (GC5J0PX) gefunden haben. Ein Ort am Wasser gelegen, der zum Verweilen einlädt. Viele Globetrotter hatten ihre Zelte aufgeschlagen und auch Wohnwagen und Wohnmobile parkten in großer Anzahl hier am Klohaus.

Weiter fuhren wir von den Inselketten in das Landesinnere um das Drei-Länder-Eck mit den Caches (GC3VQVF, GC3VQW4, GCPQ1G und GC3W15Z) zu besuchen. Auf dem Rückweg zur Küste Norwegensbesuchten wir ein weiteres abgestürztes Flugzeug, eine JU88 gab (GC347KT). Wir hielten an dem Parkplatz und wanderten zu den wenien zurück gebliebenen Wrackteilen.
  
Das nächste große Ziel war das Nordkapp, welches wir im Nebel erreichten.
Die Straße führte an der Küste entlang an Schneefeldern und Rentieren vorbei. In einer Regenpause gingen wir zum Globus um das obligatorische Erinnerungsfoto zu machen und uns im Logbuch von (GC1V4PQ) zu verewigen. Am Abend besuchten wir noch einen kleinen Event (GC3MYG5) und auch der Earthcache (GC78NQF) sollte gelöst werden. Nach einer Nacht am Nordkapp auf den Weg nach Mehman. Leider mussten wir die Wanderung zum wahren Nordkapp wegen dichtem Nebel und Regen auf später verschieben.
Wir waren aufgeregt – wie würden die nächsten drei Tage aussehen? Nichts als Steine: kleine Steine, große Steine, feste Steine, wackelige Steine, …Wir waren auf diesen Cache durch Mitcacher und dem Dosenfischersong „Jahresendevent“ aufmerksam geworden: Nothing but Stones (GCJNWJ) -  machte seinem Namen alle Ehre!

Mit schweren Rucksäcken starteten wir bei 11° C vom Flughafen. Die ersten vier Kilometer hatten wir grünen Untergrund, manchmal sogar matschig und moorig. Doch nach der Flussüberquerung kamen die ersten Steinfelder. Es war ungewohnt auf dem Terrain zu gehen und wir waren froh unsere Wanderstöcke dabei gehabt zu haben. Nach 12,5km und 9 Stunden Wanderung schlugen wir das Zelt auf der ersten halbwegs steinfreien Stelle an einem See auf. Die Nacht war windig und kalt und wir schliefen schlecht.
Am nächsten Tag packten wir wieder alles ein um drei Kilometer weiter das Zelt erneut an einem weniger windigen Platz aufzuschlagen. Von hier gingen wir mit leichterem Gepäck weiter und nach den ersten Steinfeldern wurden die Wege wieder grüner und kleine Pfade führten uns von einem roten „T“ zum nächsten. Doch waren die Entfernungen schwer einzuschätzen und der Weg zog sich sehr lang hin.

Unser GPS zeigte uns, dass wir es bald geschafft hatten. Nur noch 350m ….doch dann war er da, der Abstieg. 150 Höhenmeter sollte es nach unten gehen …. und das mal wieder über Steine... Ganze 45 Minuten später hatten unsere Füße gefühlte Millionen wackelige Steine berührt aber wir hatten es geschafft. Glücklich hielten wir die große Original-Tupperdose in den Händen und beglückwünschten uns zu diesem Cache.
Der Aufstieg auf dem Rückweg war allerdings nicht weniger anstrengend. Doch nachdem als wir diesen schwierigsten Teil der Wanderung geschafft hatten, konnten wir wieder diese einzigartige Landschaft an diesem Ende der Welt genießen und freuten uns auf unser Zelt.
Am dritten Tag der Wanderung war es warm. Die Trittsicherheit hatte zugenommen und das Laufen fühlte sich nicht mehr ganz so schlimm an. Doch leider wurden wir jeder von einem Mückenschwarm begleitet. Das machte es sehr anstrengend. Nachdem wir barfuß durch den Fluss gegangen sind, war es nicht mehr weit bis wir einen ersten Blick auf Mehamn werfen konnten. Doch die Markierungen führten uns in einem weiten Bogen zum Flughafen, denn der direkte Wege hätte uns in das Sumpfland geführt.
Erschöpft, aber glücklichund zufrieden kamen wir schließlich am Cachemobil an und fuhren nach einer weiteren Nacht weiter.
 
Die E6 führte uns nach Süden durch Finnland nach Schweden. Immer wieder hielten wir für einen Cache am Wegesrand wenn es sich ergab. Einer davon war der Polcirkeln (GCJZY2) kurz hinter Jokkmokk. Wir hielten an dem Parkplatz mit dem Souvenirshop und dem Riesenhinweisschild. Nun waren wir also wieder südlich des Polarkreises. In der darauffolgenden Nacht erlebten wir das erste Mal wieder die Dunkelheit und freuten uns sehr den ersten Stern am Himmel zu sehen.
Am nächsten Tag fuhren wir nach Mora, dem schwedischen Solingen und der Heimat der Dalahäster. Dort bekamen wir eine private Führung durch die Firma Morakniv und lernten viel über die 125jährige Geschichte der Firma und der Herstellung von Messern. Das war sehr interessant.

Nach einem Besuch in Uppsala sollte ein letztes Abenteuer auf dieser Reise folgen...
Wir übernachteten an einem alten Badeplatz. Das gegen Mitternacht noch ein weiteres Auto ankam, nahmen wir schlaftrunken kaum wahr. Plötzlich komische Geräusche! Klong! Und nochmal..... bis dann aus dem Klong ein Klirr wurde und die hintere Seitenscheibe gesplittert war. Erschrocken waren wir nun hellwach und hatten in Rekordzeit das Auto umgebaut, um den Parkplatz zu verlassen. Leider machte uns die Polizei keine Hoffnung, dass sie die Täter dingfest machen können, obwohl wir das Kennzeichen notiert hatten. Aber dann hatten wir Glück. An der nächsten Tankstelle, zu der die wir anfuhren, um uns den Schaden genauer anzuschauen, hatte eine Geocacherin Nachtschicht. Nachdem wir erst eine Zeit geplaudert hatten, konnten wir in Ruhe den Wagen ausräumen, die Scherben entfernen und das Fenster notdürftig mit Folie und Panzertape flicken. Vielen Dank an dieser Stelle!
Mit der provisorischen Scheibe fuhren wir dann in der ersten Dämmerung bis zum ältesten Cache Schwedens (GC4D) in der Nähe von Stockholm. In aller Frühe konnten wir in der Nähe parken und diesem Cache einen kleinen Besuch abstatten. Im Anschluss daran fuhren wir zum nahe gelegenen Campingplatz, um zu schlafen und zu besprechen wie es weitergehen sollte.
Es waren noch 1.000km zu fahren, wir beschlossen, da wir alle für uns relevanten Ziele besucht hatten, in zwei Tagen wieder nach Hause zu fahren um dort eine Werkstatt aufzusuchen.

Wir hatten eine Reise voller Abenteuer, Erlebnisse und Erfahrungen. In 41 Tagen fuhren wir durch 5 Länder über 8.500km, besuchten 115 Caches (es gab auch welche die wir trotz Empfehlung nicht machen konnten oder welche die wir nicht gefunden haben), haben 465l Benzin getankt, sind mit 17 Fähren gefahren und haben Temperaturen zwischen -1°C und 34,9°C überstanden ;-)

Wer sich für Details der Reise interessiert kann unsere etwas ausführlicheren Blogbeiträge bei www.nicole-wunram.de oder www.gps.de und natürlich auch bei www.geocaching.com lesen oder demnächst unsere Bücher über das #NordkappProjekt erwerben oder uns auf einem Event lauschen ;-)