ClipCroc von WandsPro - die Teller mit dem "Klick" (06-2019)

Im Sommer 2018 haben wir auf der OutDoor in Friedrichshafen Rich und Chris von der Australischen Firma WandsPro kennen gelernt. WandsPro war hier das erste Mal auf einer europäischen Outdoor-Messe und hat Ihre Becher, Schalen und Teller des ClipCroc-Systems vorgestellt.                                                                                                           (...und denkt daran, dies ist [Werbung]**)

Wir hatten das Glück zwei dieser Teller zum Testen mitnehmen zu dürfen. Im Verlauf der letzten Monate haben wir sie beim Wandern wie auch beim Campen mit Wohnwagen und Wohnmobil sowie im Küchenalltag ausprobiert - hier nun unser Resümee:

Die Teller sind aus Polypropylen (PP-5) gefertigt und damit nahrungsmittelecht, vertagen die Spülmaschine, sind aber nicht sonderlich Schnittfest und werden, wie bei Kunststoff oft üblich, etwas unansehnlich. Sie sind für den Einsatz im Tiefkühlschrank genauso geeignet wie in der Mikrowelle ... allerdings sollte man(n) auf ihnen keine Speisen mit Tomatenanteil oder Ketchup zubereiten, da sich Tomaten in den Kunststoff beim Erhitzen in der Mikrowelle "einbrennen" ... das wissen sicher alle meine Leser(innen), mir ist im hungrigen Zustand angesichts einer schnell zuzubereitenden Dose Ravioli dieser kleine Fauxpas unterlaufen, was mir mich die schicke Optik des blauen Tellers gekostet hat ...
Der Clou ist die Möglichkeit sie sauber ineinander zu "Klicken", daher auch die Namensgebung ClipCroc.
Dieses modulare Verstau-System hatte unsere Aufmerksamkeit geweckt, da wir etwas ähnliches schon von den ersten Camping-Ausrüstungs-Versuchen aus dem Hause Tupperware kannten, dieses aber aufgrund der quadratischen Form nie zum ernsthaften Einsatz außerhalb von Gartenpartys genutzt hatten und bisher nichts ansatzweise vergleichbares entdecken konnten.
Mit den ClipCroc war diese praktische Verstau-Variante nun auch möglich. Und noch mehr!
Denn zusammen geklippt laufen etwaige Speisereste nicht aus! Natürlich haben wir das mit Wasser und ölhaltigen Stoffen auf der Seite stehend getestet. Über Nacht haben sie geringfügig gesüfft, wobei das natürlich eine Extremsituation für die Teller war!
Klar, sie sind nicht 100%ig dicht und eignen sich somit nicht zum Transport von Flüssigkeiten - das verspricht WandsPro aber auch nicht! Im normalen Gebrauch, wo Speisereste nicht richtig ausgekratzt wurden oder klassisch Reste von Senf, Ketchup und Mayonnaise übrig bleiben können, da halten sie dicht und können in aller Ruhe zur nächsten (auch Tags drauf) Abwaschmöglichkeit transportiert werden.

Mit 104g liegen sie in der üblichen Gewichtsklasse anderer Teller aus Kunststoff.
Trotz des konstruktionsbedingten Randes und der Wölbung in der Mitte lassen sich Brote gut in ihnen schmieren.
Und, das hatte ich so nicht erwartet, sie bieten ein Volumen von 650ml (! Prospektangabe lediglich 450ml, da man mit diesem geringeren Volumen seine Suppe im Teller auch noch von A nach B tragen kann), womit sie als Suppenteller geeignet sind!

Mit einen Durchmesser von 22,5cm passen sie perfekt auf mein großes Kochset aus dem Hause Trangia.
Gegenüber den sonst auf dem Markt befindlichen Tellern haben sie am Rand eine kleine Öse durch die ich ein Band ziehen kann oder sie auch einfach so irgendwo zum Trocknen aufhängen kann.

Fazit: Insgesamt sind wir mit den ClipCroc-Tellern von WandsPro sehr zufrieden!!!

Tipp: Wir empfehlen wir immer eine Teller mehr wie die zu bewirtende Gruppe dabei zu haben, der dann als sauberer Deckel dient.

Aufruf: Die Teller gibt es bisher nur in Übersee im Set von 4 Stück für 39,95 Australische $ bzw. 24,95 US$ ... irgendwie konnte sich leider bisher kein europäischer Distributor finden, was wir sehr bedauern ;-(
Wer also mal nach Australien reist, der sollte sich(und uns) unbedingt diese Teller mitbringen!
Und wer von Euch eine Outdoor-Ausrüstungs-Firma sein eigen nennen kann, der hat hier die Chance den Markt der Camping-Teller/-Geschirr zu revolutionieren!!!

** Dank der aktuellen (und m.E. zumindest eigenartigen) Rechtslage kennzeichne ich meine Tests nun so...wir sind ja in Deutschland, wo alles seine Ordnung haben will ;-)

Der Spork aus Titan von Freigeist (05-2019)

Aufgrund der Reaktionen im SocialMedia will ich hier nun doch ein paar Worte zum Spork aus Titan von Freigeist verlieren … eigentlich dachte ich ja das Thema Besteck sei gegessen ;-)                                                                                       (...und denkt daran, dies ist [Werbung]**)

Wie das heutzutage so ist, akzeptiert man ein Cookie hier, ein Cookie da und schon bekommt man tolle individualisierte Werbung und oft vieles was man gar nicht braucht oder will. So wurde uns beiden letzten Monat in den SocialMedia ein Spork aus dem Hause Freigeist offeriert, und da dieser nur für die Versandkosten von € 6,95 zu haben sei, anstatt der sonst üblichen € 13,90, konnten wir nicht „nein“ sagen und haben gleich zwei geordert … übrigens mit einem Account – die Sendung traf schon am übernächsten Tage ein, in einem Umschlag(!) aber zweimal Versandkosten … Ein Schelm, der … ach, lassen wir das ;-)

Seit der Erfindung des Sporks in dieser Bauform anno 2004 von Light My Fire begleiten uns diese ersten Versionen aus Kunststoff immer mal wieder und so waren wir mit dem Konzept des Löffels auf der einen und der Gabel mit 3cm messender gezahnter „Klinge“ wohl vertraut. Oft eingesetzt auf Tagestouren, aber nie auf großer Tour, da der Kunststoff auch mal brechen kann und dann zwar ein zweiteiliges aber ultra-kurzes Besteck zu haben, das wollten wir nicht riskieren ... Freunde haben uns dann immer von ihren titaneren Versionen vorgeschwärmt, aber die damals üblichen € 30,- nur für ein Besteck zu investieren war uns dann einfach zu heavy. So kam uns das Angebot vom Freigeist gerade recht unser Bestecksortiment zu vervollständigen ;-)
Mit einer Länge von 170mm, Breite von 38mm und Höhe von 16mm passt es sogar in die Messertasche der allseits beliebten Hosen eines schwedischen Herstellers ;-)
Nun habe ich mal das klassische Ur-Spork aus Kunststoff gewogen und bin auf 8g gekommen, die Version Titan bringt es solo auf 16g, also gerade mal doppelt so viel! Geliefert wird es mit einem Transportbeutel, der mit seinem satinartigen Look richtig edel wirkt, aber nochmal 8g auf die Waage bringt – da wäre mir etwas technisches leichteres lieber gewesen ... wobei der Ultraleicht-Fetischist zum Transport eher einen ZipLock-Beutel nehmen wird.
Die Alltagstauglichkeit mussten unsere beiden Titan-Spork beim Camping und Grillen unter Beweis stellen!
D.h. nicht nur Porridge, Müsli und Co. zusammenrühren und löffeln, sondern mit richtig gegrilltem Würstchen und Fleisch klar kommen!
Ein Steak mit der 3cm geriffelte „Klinge“ zu zerlegen ist natürlich etwas mühsam, aber man soll ja bekanntlich langsam und mit vielen kleinen Bissen essen ;-)
Übrigens bietet Freigeist alternativ eine zweite Variante ohne Zahnung an, da die meisten Wanderer ja eh ein richtiges Messer dabei haben.

Als etwas gewöhnungsbedürftig empfinde ich die geraden Seiten des Löffels.
Normalerweise sind Löffel ja mehr oder weniger rund und normalerweise macht man sich darüber auch keine Gedanken ... so erlebte ich „Ahs“ und „Ohs“ beim ersten Frühstücks-Ei:
Ah“, weil ich mit der „spitzen“ Löffelkante toll in das Ei hinein stechen kann.
Oh“ weil ich die letzten Reste im rundlichen Ei mit den geraden Kanten nicht zu Leibe rücken kann …
Dafür erlebte ich mit den geraden Kanten wieder ein „Ah“ beim Auskratzen von Gläsern und Töpfen.
Ich berichtete ja bereits über das Buttermesser und der Compact Scraper vom GSIoutdoors … gut, ich mag da etwas pingelig sein, aber just habe ich einen neuen Hashtag erfunden: #GutAusgekratztIstHalbAbgewaschen ;-)

Und noch eine Kleinigkeit, die vielleicht der Gewichtsoptimierung geschuldet sein mag ... ?
In dem Bild seht Ihr einen normalen Eßlöffel aus unserem Haushalt, einen Teelöffel, das KniSFor von Nextool, das Spork von Freigeist und den Löffel meines alten dreiteiligen 2,95-DM-Blech-Bestecks (welches komplett mit 68g gewichtstechnisch gar nicht so schlecht da steht!) ... heutzutage sind die Löffel also fast auf Größe eines Teelöffels geschrumpft! Eine Brühe zu löffeln wird also schwieriger - aber das mit den kleinen Portionen hatten wir ja schon ;-)

Fazit: Wir sind mit den Spork aus Titan vom Freigeist sehr zufrieden und können sie absolut empfehlen!

Im Zuge der o.g. Posts wurden wir natürlich auch auf andere Hersteller aufmerksam, die ebenfalls Sporks aus Titan feil bieten – hier eine kleine Übersicht beim Amazon.

** Dank der aktuellen (und m.E. zumindest eigenartigen) Rechtslage kennzeichne ich meine Tests nun so...wir sind ja in Deutschland, wo alles seine Ordnung haben will ;-)

Refill-Adapter - Tools für Gaskocher mit "Wenn und Aber" (04-2019)

Aufgrund einiger Kommentare im Social Media und Mails vorweg ein paar Worte zu den Risiken von Refill-Adaptern:
Ihr hantiert hier mit Gaskartuschen - diese enthalten bekanntlich entzündliche Gase zum Kochen und stehen unter Druck! D.h. wenn sie auch nur geringfügig überfüllt werden (was durchaus passieren kann) dann können sie platzen oder gar explodieren - das ist im schlimmsten Falle lebensgefährlich!!!

Inhalt                                                                                                                      (aktuell zählt auch dieses zur [Werbung]**)

Risiken, die "Wenn und Aber"
Vorgeschichten
Adapter 1 - Gewinde auf Gewinde
Adapter 2 - MSF-1A auf Gewinde
Adapter 3 - MSF-1A auf Gewinde
Adapter 4 - Gewinde auf Feuerzeug
So geht es auch - Feuerzeuggas auf Gewinde
Technische Daten und Bezugsquellen
Fazit
Sicherheit und Gas

Risiken

Zur Erklärung vorweg einige "Wenn und Aber" :
Butan (Siedepunkt -0,5°C) allein bzw. mit einer maximalen Beimischung von 30% Propan (Siedepunkt -42°C) können mit verhältnismäßig geringem Druck von um die vier Bar flüssig gehalten werden. Daher kann das Gas in "einfachen" Blechkartuschen transportiert werden. Den flüssigen Gasanteil hört man, wenn man eine Kartusche schüttelt.
Um nun Äpfel mit Birnen zu vergleichen ein kurzer Exkurs:
Für die Gasflaschen, die mit Propan (welches bereits bei -42°C gasförmig wird!) befüllt sind und im Bereich Wohnmobil und Caravan ihren Einsatz finden, gelten sehr scharfe Sicherheitsbestimmungen. Diese Flaschen haben Wandstärken von bis zu 10mm(!) und müssen einen Verkehrsunfall unbeschadet überstehen können!
Aber zurück zu den blechernen Kartuschen die im Wander-Koch-Alltag genutzt werden:
Diese dürfen nicht so schwer sein, sonst würde man sie ja auch nicht mit auf Tour im Rucksack nehmen. Je nach Quelle können sie einem maximalen Druck zwischen 8 und 15 Bar stand halten. Bevor sie platzen sollte eine Sollbruchstelle greifen und das Gas ausströmen lassen - testen möchte ich das nicht!
Damit es nicht soweit kommt, ist auf jeder Kartusche nachzulesen, dass sie bis maximal 50°C eingesetzt werden darf - Stichwort: Sicherheit, Verbraucherschutz und Herstellergarantie.
In der Kartusche befindet sich nun das Gas(-Mischung) größtenteils flüssig aber auch etwas gasförmig, als sog. Gasphase.
Warum?
Nun, man kennt das aus dem Alltag:
Jede x-beliebige Flasche mit Getränken oder anderer Flüssigkeit hat oben am Flaschenhals etwas Luft. Da die Flasche seit verlassen der Abfüllanlage Temperaturschwankungen (wie Transportweg, Kühlregal, von der Sonne aufgeheiztes Auto, etc.) ausgesetzt ist, dehnt sich die in ihr befindliche Flüssigkeit entsprechend aus. Das klappt problemlos, da dann die gasförmige Luft zusammengedrückt wird und so entsprechendes Volumen für die Ausdehnung der Flüssigkeit bereit stellt. Um des zu verdeutlichen noch ein Beispiel: Füllt man seine Trinkflasche auf Tour wirklich bis zum obersten Rand des Gewindes mit kühlem Quellwasser und lässt die Flasche in der Sonne stehen, dann heizt sie sich auf, das Wasser dehnt sich aus und entweder platzt sie oder die Dichtung des Deckels gibt nach und die Flasch süfft ... hier natürlich nur ärgerlich aber nicht schlimm.
Genauso funktioniert es aber auch bei den Gaskartuschen und darum ist ein auch nur geringfügiges Überfüllen so gefährlich!
Ist die wiederbefüllte Kartusche "bis zum Rand" mit flüssigem Gas gefüllt, also keine Gasphase mehr vorhanden, so wird sie bei der geringsten Erwärmung platzen!
Mit etwas Pech entzündet sich das Gas auch noch und sie explodiert, das gibt nicht nur Verbrennungen (kennen wir aus dem Kino), es entsteht eine Druckwelle, die die Lungenbläschen zertört....
Darum habe ich immer beim Nachfüllen die Nehmer-Kartusche gewogen und nie bis zum Startgewicht aufgefüllt!!!
Und noch etwas zum Gas, was man selten vor Augen hat:
Gas ist schwerer als Luft. D.h. zufällig ausströmendes Gas sammelt sich am Boden und kann sich natürlich entzünden - daher nie im Zelt oder Senken mit Gas hantieren!
Und wenn Gas ausströmt wird es fast augenblicklich gasförmig was eine hohe Verdunstungskälte verursacht und, so es auf die Haut kommt, zu Erfrierungen führt!
Wen das nicht schreckt und wer zu den Menschen gehört, die mit Bedacht vorgehen, der darf gerne weiter über unsere Erfahrungen lesen.

Vorgeschichten

Als wir im Zuge unseres #NordkappProjekts die Lofoten besucht hatten, führte uns der Weg auch zur Touristinfo von Reine.
Auf deren Hinterhof befanden sich einige Regale voll mit ausgedienten und angebrauchten Gas-Kartuschen, die wir nur am Rande wahrnahmen, uns wunderten über das „Warum" aber leider nicht mal eines Fotos würdigten...
Einige Tage später, am Dreiländereck Norwegens, Schwedens und Finnlands, wo unsere Gasvorräte zur Neige gingen, erinnerten wir uns an diese Regale und fragten uns, wieviel ungenutztes Gas da wohl auf seine Entsorgung wartete...
Klar, sind wir bereits bei anderen Touren auf „herrenlose" Gaskartuschen gestoßen. Backbacker, die ihre Tour beendet hatten, haben sie meist in Küchen stehen gelassen, um anderen, die hier vielleicht starten den Brennstoff zur Verfügung stellen.
 
Ein weiterer Gedanke zur Gasversorgung (hier geht es um den Preis!):
Eine 5kg Flasche Propan-Gas*** bekomme ich für knapp unter € 10,-
Will ich mir aber für meinen Outdoorkocher eine 450g-Butan-Propan-Gas-Kartusche kaufen, so zahle ich sogar mehr als besagte € 10,- ... das ärgert mich!
Andererseits kann ich eine billige 225g-Butan-Gas-Kartusche schon für unter  € 2,- erstehen.
Seither habe ich überlegt, wie ich diese Vielzahl an Rest-Kartuschen hätte sinnvoll nutzen können und bin bei diesen Überlegungen im Internet auf Refill-Adapter gestoßen.
Die sind kleine metallene Adapter, mit denen ich zwei Gaskartuschen verbinden kann, um Gas von einer in die andere Kartusche zu füllen.
So habe ich in den letzten Monaten verschiedene Varianten auf deren Trekking-Alltagstauglichkeit getestet:

Adapter 1 - Gewinde auf Gewinde


Der erste ist mit zwei Gewinden ausgestattet, wie ich sie von Kochern kenne, nebst einem Ventil zur Regulierung. Hier schraube ich jeweils eine leere und eine volle Kartusche drauf, positioniere die nachzufüllende unten und die Spender-Kartusche kopfüber oben und drehe das Ventil auf. Das flüssige Gas der oberen Kartusche strömt nun von oben nach unten, dies ist gut durch ein zischendes Geräusch zu hören, welches nach ca. 30 Sekunden verstummt. Nun drehe ich das Ventil wieder zu und trenne die Kartuschen vom Adapter.
Diesen Vorgang wiederhole ich so lange bis die leere Kartusche ihr Gewicht im befüllten Zustandes erreicht hat.
Wichtig dabei:
Mit einer Waage zu arbeiten und das Leer- und befülle-Gewicht zu kennen, um die Kartusche nicht zu überfüllen!
Hilfreich, die leere (Nehmer-)Kartusche auch wirklich geleert und entlüftet zu haben.
Perfekt, wer die Möglichkeit hat sie noch für eine viertel Stunde im Gefrierschrank runter zu kühlen.
Die volle (Spender-)Kartusche habe ich immer auf Zimmer- oder Heizungstemperatur erwärmt, um einen schnelleren und höheren Gasdurchfluss zu erreichen.

Adapter 2 - MSF-1A auf Gewinde



Der zweite und dritte Adapter sind kleine Messingfarbende Hülsen, deren Dorn in die (Nehmer-)Schraubkartusche gesteckt wird und in dessen obere Aussparung der Dorn einer günstigen Butan-Kartusche gesteckt wird.
Drücke ich nun beide ineinander, so strömt das Gas ebenfalls von der oberen in die untere Kartusche, was gut durch ein Rauschen zu hören ist.

Adapter 3 mit O-Ring-Dichtung - MSF-1A auf Gewinde


Je nach Adapter und Gewinde der Nehmer-Kartusche muss noch eine kleine O-Ring-Dichtung auf den Dorn des Adapters gesteckt werden. Ja, es gibt geringe im Zehntelmillimeterbereich liegende Fertigungstolleranzen, die die Adapter mehr oder weniger gut funktionieren lassen!
Wichtig natürlich, den Befüllvorgang im Freien vorzunehmen und die Gewichte der Kartuschen zu kontrollieren!

Adapter 4 - Gewinde auf Feuerzeug


Da ich grade so im Refill-Fieber war, habe ich mir noch von einem großen Outdoor-Ausstatter einen Adapter zum Befüllen von handelsüblichen Feuerzeugen gegönnt. Dieser kostet mit € 11,- das doppelte eines Kartuschen-Adapters und ist der einzige Refill-Adapter, den ich auf dem deutschen Outdoormarkt entdecken konnte!
Alle vorher erwähnten konnte ich nur dank Globalisierung über das Internet vom anderen Ende der Welt her beziehen!
Ja, und dieser Adapter stellte mich vor Probleme ... so habe ich all meine leeren und halbleeren Feuerzeuge mit Butan-Gas befüllt und mich gewundert warum diese im Anschluss nur noch schlecht (mit kleiner Flamme) oder gar nicht funktionieren wollten....
Nun, die Lösung war einfacher als gedacht: Das für Feuerzeuge übliche Butan-Propan-Gemisch hat einen anderen Gasungsdruck! So ist das Verhältnis Butan-Propan-Luft und die Geschwindigkeit beim Anmachen des Feuerzeuges gänzlich anders wie Butan-Luft!
Also habe ich meine Feuerzeuge nochmals entladen und aus einer Butan-Propan-Kartusche befüllt ... und siehe da:
Alle Feuerzeuge funktionierten wieder so, wie sie sollten ;-)

Befüllen mittels handelsüblichem Feuerzeuggas


Und zu guter Letzt habe ich eine leere 100g-Kartusche mittels eines der messingfarbenden Refill-Adapter mit günstigen Butan-Propan-Gas einer Feuerzeug-Nachfüll-Kartusche befüllt. Das funktioniert auch!!!
Aber am Besten nur draußen und vorsichtig wegen der unterschiedlichen Durchmesser der Dorne durch die das flüssige Gas strömt, welches bei Hautkontakt zu Erfrierungen führt!!!
Und noch etwas gilt zu beachten:
Der Inhalt von Gas-Kartuschen für Kocher wird in Gramm (g) angegeben. Der Inhalt von Kartuschen zum Nachfüllen von Feuerzeugen oder Unkrautvernichter in Milliliter (ml) – also immer schön mit einer guten Küchenwaage arbeiten!!!

Technische Daten

Adapter 1 22(40)mm x 16mm x 56(28)mm, 14g, ca. € 8,- bei Amazon
Adapter 2
17mm x 10mm, 3g, ca. € 4,- bei Amazon
Adapter 3
16mm x 10mm, 3g, ca. € 4,- bei Amazon
Adapter 4 40mm x 15mm, 18g, ca. € 11,- bei Globetrotter, Bergfreunde, Amazon
MSF-1A-Kartusche leer 98g, Füllmenge 225g, neu/voll 323g
100g-Kartusche leer 94g, Füllmenge 100g, neu/voll 194g

Fazit:

Der Refill-Adapter ist trotz der oben beschriebenen "Wenn und Aber" m.E. das ultimative Tool, wenn ich auf lange Touren gehe und mir nicht sicher bin ob oder wie lange mein Gas-Vorrat reichen wird!!!

BTW: Wir haben recht viel mit umgefüllten Gas gekocht und hatten verschiedenste Kocher* im Einsatz. Alle von den Prospektangaben her im Bereich 2000W bis 3500W, immer Windschutz und den Gasregler ca. 1/4 aufgedreht. Dabei sind wir für den Verbrauch auf eine Faustformel von 1g Gas je 1 Minute Kochzeit gekommen.

Hier sind noch weiterführende Links zu Brennwert der Alkane, dem sicheren Umgang mit diesen Gasen und den unterschiedlichen Mischverhältnissen auf dem Markt.

* alter Kocher von Markrill, Spider von Kovea, BRS3000T, NoName zum Aufschrauben und NoName von MFH aka MaxFuchs

** Dank der aktuellen (und m.E. zumindest eigenartigen) Rechtslage kennzeichne ich meine Tests nun so...wir sind ja in Deutschland, wo alles seine Ordnung haben will ;-) 

*** Niemals reines Propan oder LPG zum Nachfüllen für Kocher-Kartuschen nutzen!!!
Schaut Euch bitte die Mischverhältnissen an!
Eine Kocher-Kartusche verträgt vom Druck her nur die max. 30% Propan wie beim Wintergas, Stichpunkt "Sidepunkt der Alkane".

18 oz FoodFlask von HydroFlask (02-2019)

Wie in meinem letzten großen Test von Isolierflaschen angekündigt folgten hier unsere Erfahrungen mit der HydroFlask!
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Zwei der sogenannten FoodFlask haben wir letztes Jahr von der OutDoor in Friedrichshafen mitgebracht. Es handelt sich hierbei um keine klassischen Flaschen sondern um Weithalsbehältnisse (530ml bei 406g). Diese bieten aufgrund der großen Öffnung von 71mm Durchmesser und somit schlechter isolierenden Deckeln nicht so hervorragende Isolationswerte wie klassische Isoflaschen - vergleiche mein o.g. Test.

Dafür lassen sie sich prima mit Eintopfgerichten von Suppen über Nudeln, Risotto bis hin zu Kartoffelbrei, etc. befüllen und genauso gut reinigen!
Wir konnten sie diesen Winter mehrfach auf Tagestouren bei unterschiedlichen Temperaturen von 0°C bis -11°C ausprobieren und haben sie für gut befunden!
Hierbei haben wir so einiges gemessen und gelernt, worüber wir uns sonst nie Gedanken gemacht hätten ;-)
Wir haben morgens das zu transportierende Essen zubereitet oder aufgewärmt:
- Frisch gekocht und in die HydroFlask abgefüllt rangierten die Speisen zwischen 82°C und 85°C.
- Im Ofen erwärmte Speisen konnten wir mit 73°C bis 81°C abfüllen.

Auf der längsten Tour bei 0°C bis -6°C war das Nudelgericht mit Tomatenmettsoße noch 62°C warm und gut zu verköstigen.
Auf der nächsten Tour bei -6°C bis -11°C hielten wir nur 3 Stunden ohne Essen aus. Dieses war dann auch noch 60°C warm.
Auf einer weiteren Tour bei 0°C bis -2°C rasteten wir bereits nach 1,5 Stunden und das mit nur 73°C abgefüllte Essen war noch 66°C warm.

Bei diesen unterschiedlichen Touren und Zeiten sind noch allerlei andere Daten angefallen:
- So haben wir festgestellt, das der Rucksack selbst von ca. 20°C Zimmertemperatur auf 5°C bis 0°C runter kühlt.
- Oder ein Bier bis zur Pause auf 10°C bis 5°C gekühlt wurde.
- Sehr spannend fanden wir warmes Wasser(33°C) in eine Isoflasche zu füllen und dann zur Pause noch bei 22°C genießen zu können!
- Eine weitere Idee kam uns dann vor der Tour, wo wir schon nach 1,5 Stunden Mittagsrast machten:
Und zwar hatten wir für diese Rast unsere Daunenjacken eingepackt. Da wir genügend freies Volumen in den Rucksäcken zur Verfügung hatten, haben wir die Jacken nicht wie sonst üblich in gestopften Zustand transportiert, sondern locker um die HydroFlask herum platziert. So hielt das Mittagessen etwas länger warm und die Jacken waren vorgewärmt! So waren sie zum Anziehen 26,9°C warm - eine herrliche Erfahrung bei kaltem Wetter!

- Eine weitere Sache ist uns auch noch aufgefallen:
Es macht einen großen Unterschied welche Art Speise zubereitet wird und wie diese die Wärme hält! Eine suppenartiges Gericht wie Würstchengulasch nutzt das gesamte Volumen der Flasche aus und hält besser die Wärme wie ein Gericht, welches überwiegend aus Spiralnudeln besteht, die hohe Lufteinschlüsse haben und so schneller auskühlen - klar natürlich, wenn man sich Gedanken drum macht!
- Und schließlich müssen wir noch mit einer Mär aufräumen!
Oma hat immer schon gesagt (und lesen kann man das auch noch überall!) die Isoflasche solle mit kochendem Wasser vorgewärmt werden, um die Warmhalteleistung deutlich zu verbessern! Wir haben nun sämtliche Isobehälter, von denen wir zwei baugleiche besitzen durchgemessen und sind lediglich auf eine Größenordnung von 1°C bis 2,5°C gekommen! Auch hier ist es so (wenn man mal darüber nachdenkt), das man ja nur das wenige dünnwandige Material des Innenteil der Isoflasche vorheizt und mehr nicht - somit ist das Vorwärmen nahezu vertane Liebesmühe!
- Und noch eine Erkenntnis:
Das äußere Metall der Isoflasche ist schrecklich kalt ;-)
Abhilfe haben uns Bottelitos gebracht. Das sind gestrickte Isohüllen, die die Isolationsleistung um 1°C bis 2°C Grad verbessern. Zum Anfassen bei Minusgraden sind sie super! Wobei für den Sparfuchs die Alternative des Sockens benannt sei ;-)

Fazit: Nun aber zurück zum eigentlichen Kandidaten des heutigen Tests, der 18 oz HydroFlask. Sie ist eine tolle Sache, um auf Wintertouren mal eine andere warme Mahlzeit wie Suppe genießen zu können. Bauartbedingt hat sie eine nicht ganz so gute Isolationsleistung, die aber bei entsprechender Wahl der Speise und bis -10°C die ersten 6 Stunden bis zur Mittagspause gut warm hält. Sie ist somit ideal für Tagestouren. Ihr könnt sie für € 39,95 im Webshop von HydroFlask oder bei Amazon erstehen.

** Dank der aktuellen (und m.E. zumindest eigenartigen) Rechtslage kennzeichne ich meine Tests nun so...wir sind ja in Deutschland, wo alles seine Ordnung haben will ;-) 

MH11 von LEDlenser (03-2019)

Letzten Monat erhielt ich eine Mail von LEDlensers Kommunikationsagentur mit dem Angebot das ab April erhältliche neue Flaggschiff bei den Stirnlampen, die MH11, vorab testen zu können. Ja, da konnte ich natürlich nicht widerstehen.                                                     (und denkt daran, dies ist wohl [Werbung]**)
Zumal ich seit 10 Jahren eine H5 im Einsatz habe und sehr gespannt war, was sich alles in dieser Zeit getan hat.
Ein paar Tage später erhielt ich mein Testexemplar in der Farbgebung weiß-blau. Das Weiß hat LEDlenser seit der Neo-Serie bei den Stirnlampen eingeführt, ob sie sich versuchen mit dieser Farbe ähnlich wie vor 15 Jahren die Firma des angebissenen Apfels vom Markt abzuheben, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall fällt die Lampe so schon aus der Reihe. Es gibt sie auch in grau-schwarz, was sicher die höheren Verkaufszahlen bringen wird.

Aber zurück - die Verpackung macht einen wertigen Eindruck und ist sehr raffiniert "verschachtelt", so dass es eine gewisse Mühe macht alles zu entpacken ohne dabei die Verpackung zu zerstören.
Die MH11 arbeitet mit einem 18650Akku, der separat geliefert wird. Um ihn einzubauen, muss man die eigentliche Lampe aus der durchsichtigen Halterung nehmen - sie ist mit dieser stufenlos ca. 100° schwenkbar. Dann muss man an der linken Seite einen kleinen Deckel aufdrehen, das funktioniert klassisch mit einer Münze oder wie vorgesehen mit dem rechten Teil der Halterung des Stirnbandes. Ich finde das etwas frickelig und empfehle für den Fall, dass man den Akku auf Tour tauschen muss, unbedingt eine weitere kleine Lampe dabei zu haben und dies möglichst nicht mit kalten Fingern bei Wind und Wetter durchzuführen!

Die MH11 ist übrigens nach der Schutzklasse IP54 wasserfest gegen Spritzwasser von allen Seiten und nahezu staubdicht. Ist der Akku eingelegt, so sollte er erstmal geladen werden. Hierzu sind links auf der Unterseite zwei Kontakte ins Gehäuse eingelassen. Das mitgelieferte Ladekabel haftet mittels Magnet in nur einer möglichen Position - ein versehentliches Verpolen beim Ladevorgang ist somit ausgeschlossen! Allerdings ist es ein weiteres Spezialkabel, was man ggf. auf Tour mitführen muss... Gut gefällt mir das kleine Klettbändchen, um es wieder sauber aufwickeln und verstauen zu können.
In meinen Tests hat das vollständige Aufladen 5:05 Std. gedauert.

App. Verstauen, die MH11 wird mit einer Gürteltasche geliefert. Diese empfinde ich als etwas knapp bemessen, wie auch seinerzeit schon bei der H5. Und leider ist sie mit einem normalen Klettverschluss ausgestattet … kommt dieser aus versehen mit dem Stirnband in Kontakt, so zieht es unweigerlich Fäden.
Die MH11 bringt 178g auf die Waage und ist somit ein Gegenstück für die vielen ultraleichten Lampen - dafür macht sie Licht, so richtig, bis 1000lm!
Ich habe zum Vergleich in meinem Stirnlampenfundus nach etwas ähnlich schwerem gesucht und bin bei einer über 15 Jahre alten Myo3 vom Petzel fündig geworden, welche mit 4 AA 236g wiegt, allerdings das Gewicht auf Lampe vorne und Batteriekasten am Hinterkopf verteilt - gut, beides sind keine Lampen fürs abendliche Joggen!
Die MH11 hat drei Stirnbänder, die allesamt ausgehangen werden können und ist voll helmtauglich! Die drei Stirnbänder laufen am Hinterkopf an einer runden durchsichtigen Platte 6cm Durchmesser zusammen, die an das Firmenlogo angelehnt ist. Vermutlich soll sie einer besseren Gewichtsverteilung dienen. Als alter Bastler habe ich sie aber ausgebaut und gegen eine Drei-Steg-Schnalle getauscht, was mir 4g Gewichtsersparnis gebracht hat. Einen Verlust an Tragekomfort konnte ich dadurch am Hinterkopf nicht feststellen.

Allerdings ist vorne, wo das Hauptgewicht lastet, nur ein Moosgummirahmen und das Stirnband als Polster vorgesehen. Mittig unter selbigen befinden sich noch drei Gummipads, die bei mir schon nach einer Viertelstunde Tragen entsprechende Abdrücke auf der Stirn hinterlassen ... vielleicht habe ich ja eine eigenartige Kopfform...da lass ich mir noch etwas einfallen. Was mir am Stirnband noch gut gefällt ist eine Schnalle, die als Öse sogar geöffnet werden kann, um die Lampe in den Himmel des Zeltes oder sonstwo hinhängen zu können.
Sehr gelungen finde ich die Gebrauchsanweisung, die mit "Lesen und verstehen" untertitelt ist - dies gelingt durch die ausschließliche Darstellung in Form von Piktogrammen.
Gesteuert wird sie ausschließlich durch das lange-gedrückt-Halten der oben liegenden Taste.
Drücke ich sie 1x so zeigt mir die rechts auf der Oberseite befindliche LED in grün, gelb oder rot für ca. zwei Sekunden den Ladestand des Akkus an.
Vorne links neben der eigentlichen weißen LED befinden sich die RGB, also rot, grün und blaue LEDs. Mit Blinken der roten signalisiert die MH11 mir in welchem Modus sie sich befindet. Halte ich sie gedrückt, so sperrt sich die Taste nach ca. 5 Sekunden, was durch 2x Blinken quittiert wird (erneutes 5-sekündiges Drücken entsperrt sie bei 4x Blinken). Halte ich die Taste ca.8 Sekunden gedrückt, blinkt sie 1x und signalisiert mir, dass sie nun im App-Modus befindet und Bluetooth aktiviert wurde - dazu später mehr. Halte ich sie weitere 2 Sekunden gedrückt so blinkt sie 2x und wechselt in den White-Modus (Werkseinstellung) und nach weiteren 2 Sekunden und 3x Blinken in den RGB-Modus.
Nun aber zum Licht:

Mit Anschalten startet sie im Optisense-Modus. In diesem Modus nutzt sie den Sensor, der rechts im Gehäuse neben dem eigentlichen LED eingelassen ist. Je nach Reflektionen regelt sie ihre Helligkeit, so wird man vom Licht nicht geblendet, wenn man mal die Karte herausholt oder ein ausgedrucktes Listing lesen will. Ich empfinde die Reaktionsgeschwindigkeit jedoch als etwas träge.
Nach diesem Modus schaltet man in den 10lm Low-Power-Modus, mit einem weiteren Druck in den 300lm starken Mid-Power-Modus, dann in den 750lm starken Power-Modus und schließlich in den Blinkmodus. Mit einem Doppelklick kann man aus jedem Modus für 10 Sekunden den 1000lm-Boost-Modus aktivieren.
Im stärksten 750lm-Power-Modus hält der Akku laut Prospekt 4 Stunden, ich kam auf 4:30, danach regelte sie auf den 10lm Modus runter, den hatte ich dann noch drei weitere Stunden laufen lassen bevor ich sie an das Ladegerät anschloss - ich habe also genügend Zeit aus dem dunklen Wald wieder heim zu finden, was mich sehr erfreut.
Hierbei fiel mir auf, dass die Lampe ordentlich warm wird, in ca. 5cm Abstand konnte ich die Wärmeabstrahlung deutlich spüren. Mein Infrarot-Thermometer hat 60°C an der Linse gemessen.

Wie ich es von meiner alten H5 gewohnt bin, kann ich die für LEDlenser typische Reflektorlinse auch fokussieren und habe somit die Möglichkeit die Lampe der auszuleuchtenden Umgebung einzustellen. Die könnt Ihr auf dem Bild mit der Staumauer sehen, hier ist sie ca. auf die Hälfte fokussiert. Die Staumauer ist ca. 150m lang und in der rechten Bildseite mittig könnt ihr einen rechteckigen Reflektor erkennen, das ist das Kennzeichen meines Cachemobils noch weitere 30m entfernt!
Etwas gewöhnungsbedürftig empfinde ich das Wechseln der Modi, wofür ich die Lampe erst ausmachen und dann mit den verschiedenen Klicks zum gewünschten neuen Modus navigieren muss.
Bin ich im RGB-Modus, so wechsele ich von rot zu grün und schließlich blau, welches bis 400nm runter geht, aber eben noch nicht auf UV-Schrift reagiert (hier scheiden sich die Geister ab wann man von UV-Licht spricht, die WHO schon ab diesen 400nm, andere erst ab 380nm) Toll wäre natürlich die 380nm gewesen, da sie dann auch UV-Schrift sichtbar machen könnte und ich mir eine UV-Lampe sparen könnte.
Die drei Farben haben übrigens jeweils einen unterschiedlichen Abstrahlwinkel sowie Reichweite, wie Ihr in der Fotostrecke weiter unten sehen könnt.

Sehr gespannt war ich auf die Bluetooth-Connectivity und die damit verbundenen Programmiermöglichkeiten ... hatte ich den Verantwortlichen bereits auf dem ersten Mega auf Zollverein anno 2009 diese Schnittstelle vorgeschlagen.
Ich kann also eigene Reihenfolgen, Modi und Farben kombinieren, ja sogar ein zeitliches An- und Abschalten ist möglich! Wobei ich noch am überlegen bin wer das außerhalb des taktischen Sektors vielleicht brauchen könnte.

Die App selbst finde ich mit 34MB recht groß (mit der ätleren und deutlich kleineren App ist die MH11 nicht kompatibel, sehr schade!) und sie zwingt mich am Start die Standortdienste zu aktivieren, warum? Ich habe keine Ahnung...
Die Bluetooth-Verbindung hat unter idealen Bedingungen mit meinen Gemini vom Planet Computers lediglich eine Reichweite von 2m. So kann ich sie leider nicht am Dachträger meines Cachemobils als alternatives Licht montieren und aus dem inneren steuern.
Leider ist die App nur für das Hochformat ausgelegt. Das könnt Ihr an der Ünerlagerung der Option Blau mit dem Menü auf dem ScreenShot rechts und auch auf dem Bildschirm des Gemini links im weißen Felde sehen ... aber der Support für Querformat kommt bestimmt noch ;-)
Hier nun eine Bilderstrecke der verschiedenen Modi (von oben nach unten) mit 300lm, 750lm und 1000lm:



Die einzelnen Reflektoren markieren jeweils 50m und die doppelten jeweils 100m, die Brücke im Hintergrund ist 400m entfernt.
Bei den Bildern mit den RGB-Farben und den 10lm sind die Reflektoren in einem Abstand von je 1m bis 10m aufgestellt.

Fazit: Die MH11 macht Licht, aber so richtig!!! Dafür kostet sie auch € 149,-
Ich denke, sie dürfte besonders interessant sein für User aus dem taktischen Bereich, der Rettung, der Jagd und denjenigen, die sich über Lumen definieren oder des nachts Ski oder Downhill fahren ;-)

** Dank der aktuellen (und m.E. zumindest eigenartigen) Rechtslage kennzeichne ich meine Tests nun so...wir sind ja in Deutschland, wo alles seine Ordnung haben will ;-) 

Luma Active - die Mütze mit dem Licht (01-2019)

Pünktlich zum 6. Brockenfrühstück (Videos findet Ihr unten) * erreichten uns einige Luma Active, die wir mit unserem Orga- und Helfer-Team auf dem nächtlichen Weg zum Sonnenaufgang auf dem Brocken ausprobieren konnten. (und denkt daran, dies ist wohl [Werbung]**)

Kennengelernt hatte wir Vertreter des österreichischen StartUps auf der OutDoor 2018 im Sommer. Hier hatten wir schon einmal kurz über den Event und eine mögliche Unterstützung gesprochen, da uns die Idee der in eine Mütze (alternativ gibt es auch ein Stirnband!) integrierten Stirnlampe gut gefiel.
So bringt die Luma Active lediglich 78g auf die Waage und ist eine vollwertige SoftShell-Mütze mit Stirnlampe bzw. umgekehrt, je nach Sichtweise ;-)
Durch die Mütze sitzt sie im Vergleich zu normalen Stirnlampen sehr stabil - auch beim Joggen wackelt da nichts mehr!
Die Mütze verteilt den Druck der Elektronik so gut, das auch unsere sensibelsten Träger keinerlei Drücken der Bauteile verspürten, wie es sonst oft der Fall ist.
Der Bereich über den Ohren, wo die Elektronik hinein geschoben wird, ist aus winddichtem Material gefertigt. Dennoch kann ich durch dieses besser hören wie bei anderen Mützen, die ich in Gebrauch habe.
Die Elektronik mit dem 1100mAh Akkupack und dem Rücklicht bestehend aus vier roten LEDs sowie dem An- und Austaster befindet sich am Hinterkopf. Über den Taster regele ich auch die verschiedenen Leuchtmodi der Stirnlampe, welche aus zwei weißen übereinander liegenden LEDs besteht. Eingeschaltet wird durch langes Drücken auf die rückseitige Akku-/Rücklichteinheit. Hier zeigen die vier roten LEDs für einige Sekunden den Ladestand des Akkus an, eine entspricht etwa 25%. Mit einem kurzen Drücken schalte ich vom schwächsten 25lm Modus mit ca. 5m Reichweite auf den mittleren (60lm mit 8m Reichweite) und dann in den höchsten wo die zweite „Fernlicht"-LED hinzu geschaltet wird. Dann ist die maximale Leistung von 120lm mit ca. 30m Reichweite erreicht, wobei ich die Reichweite als höher empfinde, aber das ist abhängig vom Grad der Dunkelheit und persönlichem Empfinden. Eine erneutes Drücken schaltet wieder in den kleinsten Leuchtlevel.
Halte ich die rückseitige Taste für ein bis zwei Sekunden gedrückt, so schaltet das Rücklicht von „permanent an“ auf „Blinkmodus“, was mir durch dreimaliges Blinken der FrontLED bestätigt wird. Weitere ein bis zwei Sekunden gedrückt halten wechselt das Rücklicht in „aus“. So kann ich diese Modi auch während des Laufens ändern ohne die Mütze absetzen zu müssen.

Durch die Integration in die Mütze kann ich den Akku mittels microUSB laden, was beim ersten Anschließen etwas frickelig ist, aber mit zunehmender Übung gut funktioniert. Die vollständig entladene Luma Active benötigt drei Stunden, um den Akku wieder vollends zu laden.
Sie ist übrigens nach IPX4 „geschützt gegen Spritzwasser von allen Seiten“, ein Einsatz bei Regen stört also nicht!

Je nach dem ob ich mit oder ohne Rücklicht laufe komme ich auf eine Leuchtdauer von
8:30 bis 15:30 Stunden bei niedrigster Leuchtstärke
4:45 bis 7:00 bei mittlerer und
2:45 bis 3:15 mit Fernlicht
Wenn die Kapazität des Akkus 50% unterschreitet, signalisiert die Luma Active dies durch ein kurzes Flackern.
Unterschreitet der Ladestand 25% so schaltet sie in den schwächsten Leuchtmodus, was bei maximaler Leuchtleistung eine gute dreiviertel Stunde vor dem finale „aus“ geschieht - so ist immer ausreichend Zeit wieder aus dem dunklen Wald heraus zu finden!
Sie kann übrigens auch mit einem handelsüblichen PowerBank während des Einsatzes betrieben werden, was die eigentliche Laufzeit entsprechend erhöht!

Ist es an der Zeit, dass die Mütze gewaschen werden muss, kann die gesamte Lampe/Elektronik aus ihr entfernt werden.

Fazit: Ich habe die Luma Active nun seit vier Wochen im Dauereinsatz und bin begeistert!
Eine tolle Mütze mit integriertem Licht und dennoch hohem Tragekomfort – so habe ich immer meine Stirnlampe dabei!
Mit € 99,- ist sie sicher kein Schnäppchen mehr, jedoch zahle ich für eine gleichwertige Mütze und Stirnlampe oft sogar mehr.

* Video1 und Video2 vom 6. Brockenfrühstück

** Dank der aktuellen (und m.E. zumindest eigenartigen) Rechtslage kennzeichne ich meine Tests nun so...wir sind ja in Deutschland, wo alles seine Ordnung haben will ;-)